Lina Burger (1856-1942)
Graphikerin, Illustratorin, Buchgestalterin und Übersetzerin. Stammte aus einer Pfarrerfamilie im Westerwald, heiratete 1886 in Wiesbaden den Bibliothekar und Kunsthistoriker Konrad Burger, Sohn des Malers Ludwig Burger, mit diesem von 1886 bis 1889 in Berlin lebend. Schon zuvor Ausbildung an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin sowie an der Damenakademie der Leipziger Mal- und Zeichenschule. Nach vierjähriger Tätigkeit in Berlin wandte sich das Paar nach Leipzig, wo sie bis 1912 lebten und wo die Künstlerin auch auf der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik vertreten war, nach dem Ersten Weltkrieg keine Aktivitäten mehr nachweisbar. Schuf Buchumschläge, Plakate, Textillustrationen und Gebrauchsgrafiken, bei denen vor allem die detailreiche Einbindung von Pflanzenstudien und Naturmotiven im Jugendstil auffällt. 1895 gestaltete sie für den schon zurückgezogen lebenden ehemaligen Reichskanzler Otto von Bismarck ein Exlibris. Bekannt außerdem die Radierung des Porträts ihres Ehemannes. Zahlreiche Arbeiten und Originalgrafiken bis heute im Kunst- und Antiquariatshandel nachweisbar. Größere Teile ihres künstlerischen Nachlasses und Werkgruppen in der Sammlung der Kunstbibliothek Berlin. [kl-bb]
Teilweise erforscht, noch zu entdecken