Berlin-Brandenburgisches Künstlerinnenlexikon

Siewert, Clara: Die Flucht (aus: Wachtfeuer) (CC BY @ Stiftung Stadtmuseum Berlin / Dorin Ionita, 2021)

Clara Siewert (1862-1945)

Malerin und Graphikerin, die aus einer Gutsbesitzerfamilie in Westpreußen stammte. Nach ersten privaten Malstunden in Königsberg, studierte sie in Berlin bei Karl Stauffer-Bern, der sie ebenso wie Käthe Kollwitz, die sie hier kennenlernte, auf die Druckgraphik hinwies, außerdem bei Max Koner und Hugo Vogel. Seit 1892 auf Ausstellungen, auch beim Verein der Berliner Künstlerinnen, seit 1900 Mitglied der Berliner Secession und auch dort auf Ausstellungen vertreten. Mit ihrem Austritt aus der Secession 1912 verlor sie ihre künstlerische Heimat, stellte nicht mehr aus. Durch die Inflation verlor sie ihre wirtschaftliche Grundlage. Künstlerisch von Edvard Munch beeindruckt, nach dem Parisaufenthalt auch von Eugène Delacroix, außerdem von Literatur, die ihre Phantasie anregte. Ihre Themen sind Angst und Verlust, das Dämonische und Unbewusste. Hierfür entwickelt sie einen charakteristischen impressiv-expressiven Stil. Sie starb verarmt in einem Fremdenheim. Von dem ehemals umfangreicheren Werk sind in einem Werkverzeichnis 19 Gemälde, fast 120 Zeichnungen und 23 Druckgraphiken, sowie 3 in die Spätzeit gehörende Stickmusterentwürfe als erhalten aufgeführt. [kl-bb]

Gut erforscht

Normdaten

Person

Geburtsdatum 09.12.1862
Geburtsort Budy (Lubichowo)
Herkunftsregion Westpreußen
Sterbedatum 11.10.1945
Sterbeort Berlin-Niederschönhausen
Wohnsitze Berlin
Religion Evangelisch

Tätigkeit

Technik Druckgraphik, Lithographie, Malerei, Radierung, Zeichnung
Gattung Illustration
Reisen Paris, 1906

Familie

Vater Ivan Siewert
Mutter Helene Siewert
Geschwister Elisabeth Siewert
Viktoria Siewert

Netzwerk

Lehrer/-innen Karl Stauffer-Bern, Berlin, Seit 1884
Hugo Vogel, Berlin
Max Johann Bernhard Koner, Berlin
Kommiliton(inn)en Betty Wolff
Freunde Käthe Kollwitz
Förderer/-innen Max Lehrs
Wolfgang Gurlitt

Quellen und Literatur zu Clara Siewert

Landesarchiv Berlin, Standesamt Berlin-Niederschönhausen, Sterberegister, Reg.-Nr. 954/1945, 1945.

Quo vadis, mater? Künstlerinnen des Berliner Lyceum-Clubs 1905-1933. Ausstellungskatalog. Hrsg.: Internationaler Lyceum-Club Berlin e.V. Berlin 2015, 2015.
Roman Zieglgänsberger: Clara Siewert. In: „Sie sind keine Randnotiz!“ Käthe Kollwitz und ihre Kolleginnen in der Berliner Secession (1898-1913). Hrsg. von Ulrike Wolff-Thomsen u. Jörg Paczkowski im Auftr. der Stiftung „Schlösschen im Hofgarten“, Wertheim. Heide 2012, S. 104-125, 2012.
Ulrich Thieme/Felix Becker: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Bd. 31. Leipzig 1937, 1937.
Verein der Berliner Künstlerinnen, Käthe, Paula und der ganze Rest. Künstlerinnenlexikon, Berlin 1992, S. 85.

Stammbaum

Karte

Aktivität

Verknüpfte Objekte bei museum-digital

Siewert, Clara: Studien (aus: Wachtfeuer)

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Siewert, Clara: Studie (aus: Wachtfeuer)

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Siewert, Clara: Abschied (aus: Wachtfeuer)

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Siewert, Clara: Winter (aus: Wachtfeuer)

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Siewert, Clara: Flüchtig von Haus und Hof (aus: Wachtfeuer)

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Siewert, Clara: Die Flucht (aus: Wachtfeuer)

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Siewert, Clara: Getroffen (aus: Wachtfeuer)

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Siewert, Clara: Verzweiflung (aus: Wachtfeuer)

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Siewert, Clara: Mutter am Bett ihres kranken Kindes

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Kopf einer alten Frau mit schwarzem Kopftuch, en face liegend

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